Damengambit

1. d4 d5
2. c4

 

1. d4 ist, nach e4, die häufigste Eröffnung von Weiß. Die zweithäufigste Antwort von Schwarz ist d5 und nach 2. c4 kommt es zum angenommenen, oder zum abgelehnten Damengambit. Im Gegensatz zum Königsgambit ist dies somit eine sehr beliebte Eröffnung. In allen üblichen Hauptvarianten hat Weiß die besseren Siegchancen und man ahnt schon, warum 1…d5 für viele die zweite Wahl ist, auch für mich. 2. c4 ist von Weiß schon fast erzwungen, weil es hier die besten Siegchancen hat. 2. Sf3 wäre die Alternative.

In der Mehrzahl der Partien wird das Damengambit von Schwarz abgelehnt. Statistisch macht es höchstens in Blitzpartien einen Unterschied, die Chancen auf Sieg sind für den anziehenden Spieler generell nicht so gut und liegen laut Datenbank bei rund 24%. Hier werde ich nur das abgelehnte Damengambit behandeln. Wenn Sie sich dafür entscheiden, es mit Weiß spiele zu wollen, sollten Sie sich auch mit dem angenommenen Damengambit intensiv befassen.

Die Idee hinter dem Gambit ist, den c-Bauern gegen den zentraleren d-Bauern zu tauschen. Der Tausch sagt bereits, dass es eigentlich kein richtiges Gambit ist.

2…e6
3. Sc3 Sf6
4. Lg5 Le7

 

2…e6 ist das abgelehnte Damengambit, 2…c6 würde es auch ablehnen, ist aber die slavische Variante. e6 wird etwas häufiger gespielt.

Die Stellung ist nach dem vierten Zug ausgeglichen, doch für Schwarz stehen die Siegchancen nur noch bei 20,5%. Das beeindruckt umso mehr, da Weiß noch nicht rochieren kann und auch sonst von der Entwicklung her, abgesehen von Lg5, nicht herausragend steht.

5. e3 O-O
6. Sf3 h6
7. Lh4 b6
8. cxd5 Sxd5

 

Dies ist die am häufigsten gespielte Variante und erstaunlich ruhig, bot sie doch nach dem zweiten Zug bereits viel Konfliktpotential. Die Datenbank weist aus, dass 54,4% aller Spiele mit dieser Stellung Unentschieden enden. Für Schwarz ist die ruhige Variante also sehr gut, Weiß hingegen hätte für bessere Siegeschancen mehr Konflikte schüren müssen.

Übrigens: Die Netflix-Miniserie “Das Damengambit” kann ich wärmstens empfehlen. Es ist eines der wenigen filmischen Werke zum Thema Schach, in dem das königliche Spiel mit viel Liebe zum Detail umgesetzt wurde.

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