Schachnotation

Schachnotation auf lichess.org. Die Figuren werden grafisch dargestellt.

Die Notation von Schachspielen macht es Anfängern schwer, Schachpartien nachzuvollziehen. Sie ist aber zwingend notwendig. Ohne diese Form der Aufzeichnung kann eine Partie nur mit Mühe beschrieben werden. In den vorangegangenen Kapiteln wurden Sie mit dem Koordinatensystem und den Kürzeln der Figuren vertraut gemacht. Sie können dies hier nochmal nachlesen.

Es gibt verschiedene Arten der Notation. Am häufigsten kommt die verkürzte algebraische Form vor, die ich auf der ganzen Seite verwende. Die meisten Schachprogramme und Onlineportale wenden diese an und wenn Sie sie verstanden haben, können Sie auch alle anderen lesen. Um Sie nicht mit zu viel Theorie zu erschlagen, zeige ich konkrete Beispiele. Seien Sie nicht beunruhigt, sollten Sie nicht jeder Notation folgen können. Bei einigen Begriffen muss ich etwas vorgreifen aber spätestens, wenn die Zugregeln erklärt werden, werden Sie es verstehen.

Bewegung von Figuren

e4 → Damit meint man, dass sich ein Bauer (kein Kürzel) nach e4 bewegt.
Sc3 → Der Springer zieht auf das Feld c3.
Kb8 → Der König zieht auf b8.
Dd3 → Die Dame zieht auf d3.

Das Kürzel wird immer großgeschrieben, das Feld klein.

Sdc2 → Das sieht etwas kompliziert aus, bedeutet aber nur, dass der Springer auf d auf das Feld c2 springt. Das Ausgangsfeld wird nur dann erwähnt, wenn zwei Springer infrage kommen, die auf das Feld c2 gelangen können.

Schlagen von Figuren

exd5 → Der Bauer auf e4 schlägt eine Figur auf d5. e4 wird als Ausgangspunkt nicht angegeben, nur die Linie, da nur ein Bauer von e4 eine Figur auf d5 schlagen kann.
Sxg5 → Der Springer schlägt eine Figur auf g5. Welche Figur auf g5 steht, spielt keine Rolle.
Sbxc6 → Der Springer auf b schlägt eine Figur auf c6. Sb, also der Springer auf Reihe b, wird nur dann erwähnt, wenn zwei Springer die Figur auf c6 schlagen können. Wenn nur ein Springer in Frage kommt, lautet es Sxc6.
fxg6 e.p. → ein Sonderzug des Bauern, der später erklärt wird. e.p. steht für »en passant« und bedeutet so viel wie »Schlagen im Vorübergehen«. Dieser Zusatz wird meist handschriftlich verwendet und nicht von Computern.

Sie haben sicher selbst erkannt, dass das Schlagen immer mit einem x gekennzeichnet wird. In manchen Zeitschriften wird es mit einem Doppelpunkt gekennzeichnet. Sehr selten wird nach dem Zug ein ; geschrieben. Auf der Seite bleiben wir aber beim x, da dies vor allem bei Schachplattformen und Programmen die übliche Kennzeichnung ist.

Schachs

Lb5+ → Der Läufer zieht nach b5 und gibt dem König Schach.
Sg6++ → Der Springer geht nach g6 und es entsteht ein Doppelschach.

Schach wird immer mit einem + gekennzeichnet, Doppelschach mit ++.

Matt

Tb8# → Turm zieht auf b8 und setzt den gegnerischen König Matt.

Das Matt wird mit einer # gekennzeichnet.

Rochade

0-0 → kurze Rochade
0-0-0 → lange Rochade

Bauernumwandlung

a8=D → Der Bauer geht auf a8 und wird in eine Dame verwandelt.
c8=S → Der Bauer geht auf c8 und wird in einen Springer verwandelt.

Die Umwandlung wird mit einem = und dem darauf folgenden Figurenkürzel gekennzeichnet.

Zugbewertungen

Zugbewertungen werden am Ende eines Zuges gesetzt und geben über die Qualität des Zuges Auskunft. Diese Bewertung erfolgt fast immer nach einer Partieanalyse. Zum Beispiel Tf8!. Turm zieht auf f8 und es handelt sich hierbei um einen guten Zug. Nachfolgend sehen sie eine Liste der Zugbewertungen.

!! → brillanter Zug
! → guter Zug
!? → interessanter Zug
?! → fragwürdiger Zug
? → schlechter Zug
?? → sehr schlechter Zug
○ → Zugzwang
□ → Einziger Zug

Sonstige Kennzeichnungen

1-0 → Weiß hat gewonnen
½-½ → Unentschieden
0-1 → Schwarz hat gewonnen

Wenn Sie am Computer spielen, notieren die meisten Programme und Onlineplattformen automatisch das Spiel. Wenn Sie gegen einen Freund auf einem echten Brett spielen und Sie dies notieren möchten, finden Sie im Internet viele Formulare zum Ausdrucken. Oft tut es auch ein einfaches Stück Papier, aber ein Formular sieht eleganter aus.

Sollten Sie verunsichert sein, kann ich Sie an dieser Stelle beruhigen. Im ganzen ersten Abschnitt werde ich die Notation mehrmals erklären, vor allem wenn etwas Neues hinzukommt.

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