Pirc-Verteidigung

1. e4 d6

 

Auf den ersten Blick unterscheidet sich 1…d6 kaum von 1…e6 (Französische Verteidigung). Auch hier liegt Schwarz auf der Lauer, wartet ab was Weiß vorhat und versucht, im richtigen Moment zuzuschlagen. Die Pirc-Verteidigung ist verwandt mit der Modernen Verteidigung, die Ideen mit g6 hat. Sie ist sehr flexibel und ermöglicht es, in Französisch, Sizilianisch und andere Eröffnungsvarianten überzuleiten. Um die Flexibilität nutzen zu können, braucht es aber Erfahrung.

2. d4

Die am häufigsten gespielte Antwort von Weiß und die logische Konsequenz. Das Zentrum wird erobert.2…e4 wäre die logische Antwort von Schwarz, doch die meisten Spieler scheuen den frühen Konflikt und spielen deshalb eine andere Variante.

2…Sf6
3. Sc3 g6

 

Obwohl Weiß rund 42% der Partien mit dieser Stellung gewinnt, ist es noch sehr ausgeglichen. Schwarz möchte den Läufer auf g7 stellen. Man spricht hier von einem Läufer Fianchetto. Ein Läufer auf g7 ist, ebenso wie auf g2 für Weiß, eine Art Altersvorsorge. Er kann nicht leicht abgetauscht werden, hilft dabei, das Zentrum zu schützen, schielt auf den Turm am anderen Ende der Diagonale und hilft bei der Verteidigung des Königs. In vielen Fällen kommt der Läufer erst am Ende des Mittelspiels so richtig zur Geltung.

4. f4 Lg7
5. Sf3 O-O

 

Ob Schwarz jetzt schon rochieren muss, ist ungewiss. 5…c5 6. Lb5+ Ld7 7. e5 Sg4 8. Lxd7+ Dxd7 9. h3 Sh6 ist die schärfere Variante. 10. d5 Sf5 kostet Schwarz zwar weiter Raum im Zentrum, sieht aber spielbar aus. Interessant ist aber die Bauernstruktur nach 4. f4 in der Hauptvariante. Besonders Anfänger trauen sich oft nicht, diesen Zug zu spielen, da sich der König nach der kurzen Rochen ein wenig nackt anfühlt. Abgesehen vom Raumgewinn und dem zusätzlichen Druck auf das Zentrum bietet f4 weitere Vorteile, auf die wir später noch eingehen werden.

6. Ld3 Sa6
7. O-O c5

 

Ab dieser Position gewinnt Weiß zu 35,3%, für einen schwarzen Sieg stehen die Chancen bei 33,5%. 6… Sa6 mag zunächst verwirren, da man einen Springer nicht an den Rand stellen sollte. 6… Sc6 führt zu 7. d5, der Springer wird hier also nicht lange bleiben und durch Umwege würde er wieder auf a6 landen. Dort kann er zwar vom Läufer geschlagen werden, was einen Doppelbauer produziert, aber Weiß sollte in dieser Stellung so lange wie möglich an seinen Läufern festhalten. Außerdem gibt der Doppelbauer Schwarz Platz für Lb7, was weiter Druck auf das Zentrum ausübt.

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