Weitere Regeln

Berührt – geführt

Wenn ein Spieler eine Figur berührt, muss er mit dieser ziehen, sofern ein gültiger Zug möglich ist. Will er eine Figur nur zurechtrücken, weil sie nicht richtig auf dem Feld steht, muss er dies vorher ankündigen. Hierfür hat sich das Wort „j’adoube“ etabliert. Ein ausgeführter Zug darf nicht mehr zurückgenommen werden. Wenn ein Spieler eine gegnerische Figur absichtlich berührt, muss er diese schlagen, sofern das durchführbar ist.

Online und gegen den Computer spielt dies natürlich keine Rolle. Sie können so viele Figuren anklicken, wie sie wünschen. Auf den meisten Portalen ist es nicht möglich, einen Zug zurückzunehmen. Wenn dies möglich ist, stellen Sie mit einem Klick auf den dazugehörigen Button eine Bitte. Ihr Gegenspieler muss dieser Bitte entsprechen, dann wird der Zug revidiert.

Verbotene Hilfsmittel

Hilfsmittel jeglicher Art sind im Schach verboten. Weder eigene Notizen, noch Bücher, der Rat Dritter oder die Benutzung von Schachprogrammen ist erlaubt. Auf vielen Plattformen wird vor allem letzteres kontrolliert und Spieler, die erwischt werden, vom Spielbetrieb ausgeschlossen. Das kann bis zu einer Accountlöschung führen.

Bei offiziellen Turnieren sind auch Smartphones nicht gestattet. Sobald ein Smartphone während der Partie läutet, verliert der betreffende Spieler die Partie.

Punkteregel

Für einen Sieg erhält der Sieger einen Punkt, für ein Unentschieden einen halben und für eine Niederlage Null Punkte.

Schiedsrichter

Bei größeren Turnieren gibt es Schiedsrichter, welche die Einhaltung der Regeln überwachen. Sie kontrollieren die Zeiten und reagieren auf Regelverstöße. Nur der Spieler, der am Zug ist, darf einen Schiri kontaktieren.

Störungen

Was als störend erachtet wird, entscheidet zumeist ein Schiedsrichter. Wenn sich ein Spieler von seinem Gegner gestört oder abgelenkt fühlt, kann er dies, sobald er am Zug ist, dem Schiedsrichter melden. In den meisten Fällen wird der störende Spieler verwarnt. Sollte er die Störung nicht unterlassen, kann dies bis zur Partieverlust führen.

Besonders störend sind Lärm wie sprechen, singen, pfeifen oder sonstige Geräusche. Manche Schachspieler fühlen sich bereits durch Anstarren gestört, oder durch bestimmte Gestiken des Gegenspielers. In diesem Bereich liegt es im Ermessen des Schiedsrichters, solches als eine Störung zu werten oder nicht. Allgemein gebietet es aber der Anstand, mit seinem Gegner respektvoll zu verfahren und nicht zu stören. Allerdings gibt es auch Spezialisten, die selbst Online durch entsprechende Kommentare im Chat neben dem Spiel versuchen, den Gegner abzulenken.

Schach ist ein ruhiges, geistiges Spiel und so sollte man es nach Möglichkeit auch praktizieren. Bei Partien ist es üblich, sich vor Spielbeginn die Hand zu geben, ebenso, wenn das Spiel vorbei ist. Viele Spieler bleiben nach dem Ausgang der Partie noch sitzen und analysieren gemeinsam das Spiel. Bei allem Respekt sollte man aber nicht alles, was ein Gegner macht, als Störung empfinden. Der ehemalige Schachweltmeister Garry Kasparov beispielsweise ist bekannt dafür, dass er vor Spielbeginn jede Figur mindestens einmal anfasst. Ebenso ist seine wilde Mimik und Gestik beim Spiel weltbekannt. Sollte Ihnen so ein Spieler begegnen, beschweren Sie sich nicht gleich sondern genießen Sie die Show.

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